
How male is female?
Category
Realisierung, Szenografie
Process
HfT Stuttgart, WS14/15
Realisierung April 2015
About
How male is female? ist eine Ausstellungsgestaltung im Rahmen der Kulturhauptstadt Pilsen 2015. Adolf Loos gestaltete zahlreiche Appartements in Pilsen. Viele dieser Klassiker existieren noch heute, jedoch lässt die Stadt dieses architektonische Potential weitgehend brachliegen. Die Ausstellung befindet sich im leerstehenden Hirsch Appartement in der Plachystraße 6. Unter dem Titel wish you were here wird die „Wanderschaft“ des original Interieurs betrachtet: Dieses befindet sich heute in Prag. Viele Möbel, die Loos individuell für die Appartements entwarf, sind in Folge des Schicksals ihrer jüdischen Besitzer in der ganzen Welt verstreut. In der Ausstellung werden die ursprünglichen Einbauten und Möbel temporär aus Wellpappe, die vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bietet, nachgestellt. Loos verwendete stets hochwertige Materialen, die selbst eine Strukturierung besaßen und weitere, aufgesetzte Ornamente überflüssig machten. Ein weiteres Thema ist die Differenzierung von Loos in männliche und weibliche Räume. Durch seine Gestaltung sind Rückschlüsse auf die Nutzer anhand von Material und Helligkeit sowie durch geschlechtsspezifische Ausstattungsdetails möglich. Nach ausführlicher Recherche ist festzustellen, dass in unserer heutigen Lebensweise nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen ist, ob ein Mann oder eine Frau in der Wohnung lebt. Um diese Erkenntnis dem Besucher selbst zu offenbaren, ist es seine Aufgabe, durch die Wohnung zu stöbern und über die Exponate (das jeweils männlichste und weiblichste Objekt der Kursteilnehmer) zu reflektieren. Fotos klären das Rätsel auf und Klischees werden endgültig gebrochen.
Das Projekt wurde innerhalb des IMIAD Semesters, in dem wir in einer Bürostruktur arbeiteten, geplant. Zeitgleich wurde an mehreren Vorhaben gearbeitet. Da ich die Projektleitung des Wanderstuhls führte, stieg ich erst später intensiv in den Prozess ein. Mein Schwerpunkt lag hierbei in der Gestaltung der Grafik und besonders in der Einbindung des Besuchers. Wie kann dieser seine neu gewonnenen Schlüsse verdeutlichen? Auf einer interaktiven Wand im Schlafzimmer wird der Gast nach seinem weiblichsten und männlichsten Gegenstand gefragt. Das Ergebnis zeigt: Unterschiede gibt es heute kaum noch.
Team: Felix Bischoff, Julia Federhofer, Philipp Grem, Elisa Haefele, Daniela Häußler, Tiffany Halbritter, Jasmin Hirt, Carina Illy, Nino Macharashvili, Yue Pan, Sandrine Sardi, Johanna Schlosser, Sarah Lena Tribus, Lisa Visintainer unter Prof. Wolfgang Grillitsch und Dipl.- Ing. Cornelia Wehle